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Eine neue Ära hat begonnen

Im Schmelzbetrieb werden schon seit 2008, durch das Einspulen von mit Magnesium gefüllten Drähten, duktile Werkstoffe hergestellt.
Da wir ein historisch gewachsenes Unternehmen sind, konnte das Verfahren immer nur mit Kompromissen eingesetzt werden. Die Summe von vielen kleinen Nachteilen, angefangen bei den Konvertern, bis hin zur Prozessregelung der zu vergießenden Schmelze in den Vergießöfen, hat uns über die Jahre immer beschäftigt. Durch unzählige Versuche wurde dann klar, mit welchen Maßnahmen der Behandlungsprozess gleichmäßiger und berechenbarer werden kann.
In enger Zusammenarbeit mit Zulieferern wurde ein Konzept entwickelt, wie wir uns bei Gienanth fit für die Zukunft machen können. Den letzten entscheidenden Schritt konnten wir im Zuge der Kapazitätserweiterung für die Disa 14 machen. Hierfür wurde eine zweite Drahteinspulkabine konzipiert, welche einen Großteil der bisherigen Kompromisse in Verbindung mit den Versuchsauswertungen eliminieren konnte. Diese Anlage bot uns die Möglichkeit, mögliche Schwachstellen dieser Konstruktion auszutesten und zu optimieren.
Im März 2016 konnten die ersten Bestellungen für das Projekt „Drahtbehandlung“ platziert werden. In der umfangreichen Umbauphase waren wir durch diszipliniertes Terminmanagement in der Lage, ohne Produktionsausfälle, weiterhin die Formanlagen mit behandelter Schmelze zu versorgen. Für diese starke Leistung möchte ich mich an dieser Stelle bei allen beteiligten Personen bedanken.
Die wichtigsten Meilensteine während der Umbauphase waren das Anheben der Warmhalteöfen ASEA 1 und 3, der Umbau der Eisenrinne am Kupolofen, die Anpassung der Kernmachereihalle, die Modernisierung und der Ausbau der IT-Infrastruktur und zu guter Letzt die Installation der Drahtbehandlungskabinen mit der automatisierten Schüttgutdosierung.
Seit dem 07.11.2016 werden alle duktilen Werkstoffe über die drei verketteten Drahteinspulkabinen in Verbindung mit der automatischen Schüttgutdosierung hergestellt. An diesem Tag wurde die Ära des +GF+ Konverters bei Gienanth beendet und durch den Pfannenprozess zu 100% ersetzt.
Es zeigt sich, dass Gienanth die richtige Entscheidung getroffen hat. Die zu erwartenden positiven Effekte für die Fertigung haben sich erfüllt und es ergeben sich immer noch weitere positive Aspekte. Aktuell werden noch offene Restarbeiten an Anlage und Software abgearbeitet. Daraus ergeben sich für die Mitarbeiter im Schmelzbetrieb noch weitere Erleichterungen im täglichen Ablauf, speziell in Bezug auf die Prozessdokumentation. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle Kollegen neugierig bleiben und sich im Team kontinuierlich weiter entwickeln. (MW)